normal groß größer 
 

Gut besuchter Vortrag zur Elbflößerei

23.10.2018

Der Vortrag ist als pdf-Datei unter der Rubrik "Rogätzer Geschichten" zu finden. Wir danken Dr. Frank Thiel und Jürgen Haase für die Bereitstellung.

 

Die Elbflößerei interessierte Rogätzer und Gäste aus nah und fern. Mit über 50 Teilnehmern war die Veranstaltung am 22. Oktober im Vereinssaal der MTS ausgesprochen gut besucht. Das freute Dr. Frank Thiel als Referenten und die Organisatoren gleichermaßen.

Bis weit in die Geschichte zurück - bis lange vor unsere Zeitrechnung-  reicht die Geschichte des Flößens. Ein "Bericht" darüber hatte es einst sogar in die Bibel geschafft.

Vom Stamm zu Einbaum und Floß sowie von dort zu Boot und Schiff ging einst die Entwicklung. Das machte Dr. Thiel in seinem äußerst interessanten Lichtbildervortrag deutlich. Der Vorsitzendende des Vereins "Elsterfloßgraben" erläuterte eindrucksvoll, dass die Flößerei auch ein Handwerk ist, das Kraft und Fertigkeiten erforderte sowie genaue Kenntnisse über die "Eigenarten" des jeweiligen Flusses.

Besonders interessant war sein Bericht zum Flößen in Magdeburg, den Holzstapelplätzen bzw. Holzstrecken und dem sogenannten "Magdeburger Boden". Auf alten Gemälden hat Thiel die Floßfahrten in alter Zeit entdeckt. Anfang des 20. Jahrhunderts war sie vorüber, als die Transportwege zu Lande besser und die Fahrzeuge leistungsstärker wurden. Die Eisenbahn verdrängte das Floß. Obwohl gerade geflößtes Holz von hoher Qualität ist, denn alle Schädlinge werden herausgespühlt. Für den Fachwerkbau eigenet es sich deshalb besonders gut. Sogar in der Ohre soll laut schriftlicher Überlieferung geflößt worden sein und zwar aus dem Lüneburgischen bis zur Elbe hinunter, um dann stromaufwärts in Richtung Schönebeck zu flößen. Das ist zwar schwer zu verstehen, aber durch Treideln möglich gewesen. Das Schleppen der Flöße von Land aus muss enorm anstrengend gewesen sein.

Mit seinem Vortrag wollte Thiel das Publikum für das Flößen begeistern. Sein Traum ist es, wieder einmal auf der Elbe zu flößen, so wie es ein böhmisches Unterehmen im Sommer 2012 unternommen hatte. Diese Traditionsfahrt fotografierte der Rogätzer Bruno Buckler beim Anlegen in Rogätz und stellte die Fotos  zur Verfügung gestellt.

Thiel würde sich wünschen, dass Flößen als touristische Attraktion angeboten würde, so wie es heute noch regelmäßig in Baden-Württemberg und Bayern gepflegt wird. Die deutsche Flößervereinigung, dessen stellvertretender Vorsitzender Frank Thiel ist, müht sich um den Erhalt dieses immateriellen Kulturerbes. Eine europaweite Vereinigung kämpft um die Anerkennung als Unesco-Weltkulturerbe.

 

Foto: 2012 ein Traditionsfloß der Firma Less aus Böhmen legt in Rogätz an, einem alten Ziel der Flößer.